Sektion Kristallographie
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Eisen und Aluminium ersetzen Edelmetall

Eine Eisen-Aluminium-Verbindung könnte einen Palladium-Katalysator ersetzen und die Produktion von Kunststoffen billiger machen

15.06.2012

Edelmetalle katalysieren viele chemische Synthesen. Ein neuer Ansatz soll hier nun billigere und sogar industrietaugliche Alternativen liefern. Ein Anfang ist gemacht - bei der Produktion von Polyethylen.

Palladium macht müde Plastiktüten munter: Würde das Edelmetall nicht als Katalysator bei der Synthese des Polyethylens eingesetzt, könnte das Plastik bei kleinster Belastung reißen. Doch ganz grundsätzlich gilt: Chemiker mögen Edelmetalle nicht – zumindest wenn sie die teuren Materialien als Katalysatoren brauchen, um Reaktionen zu beschleunigen oder in eine gewünschte Richtung zu lenken. Das aber ist nicht nur bei einem wesentlichen Produktionsschritt von Polyethylen der Fall.

Unter Mitwirkung von Kristallografen an der LMU haben Forscher des Max-Planck-Instituts für Chemische Physik fester Stoffe in Dresden und des Fritz-Haber-Instituts der Max Planck Gesellschaft in Berlin nun aber eine Alternative entwickelt: "Der neue Reaktionsbeschleuniger aus Eisen und Aluminium arbeitet so gut wie der gängige Katalysator aus Palladium, ist aber deutlich kostengünstiger in der Herstellung", sagt der LMU-Forscher Professor Peter Gille, in dessen Gruppe die Verbindung synthetisiert wurde.

Katalysatoren für die Industrie

Ein wissensbasierter Ansatz ebnete hier den Weg zum Erfolg: Die Forscher klärten zunächst, wie die Reaktion am Palladium im Detail abläuft, um abzuleiten, welche Eigenschaften ein Katalysator in diesem Fall aufweisen muss. Mit Hilfe dieser Kriterien konnte das Team dann die Verbindung aus Eisen und Aluminium als geeignete Alternative identifizieren. Der neue Ansatz soll nun auch Katalysatoren für andere Reaktionen und für den industriellen Einsatz liefern.

MPG/suwe

Nature Materials, 10. Juni 2012

DOI: 10.1038/nmat3347

Hier geht's zur vollständigen Pressemitteilung der LMU.

Kontakt für weitere Informationen:

Professor Peter Gille